Memoria Symbeyond Aurimul

Der Symbeyond lässt seinen Wirt nachempfinden, was sein genetischer Zwillinssymbeyond in einem Gesprächspartner wahrnimmt, wenn dieser etwas sagt.

Memoria Symbeyond Contact

Der Symbeyond lässt seinen Wirt nachempfinden, was er selbst wahrnimmt, wenn sich Umweltbedingungen für ihn merklich ändern.

Memoria Symbeyond Natare Makro

Die Fresszellen des Symbeyonden ernähren sich von Viren oder Bakteren des menschlichen Wirtes.

Parva Symbeyond Nidore

Der Symbeyond erweitert das Sehvermögen.

Parva Symbeyond Olfacide

Der Symbeyond filtert vom Träger als negativ empfundene Gerüche aus der Luft.

Symbeyond World

Die Prozesse einer zunehmenden Technologisierung der Welt und der natürlichen Evolution verlaufen in verschiedenen Tempora. Während immer neue Erfindungen und Systeme, Ideen und Maschinen unseren Alltag beeinflussen, verläuft die natürliche Evolution nicht schneller als zuvor. Diese Asynchronität der beiden Prozesse bedarf einer Substitution fehlender Sinne für eine „technologische Welt“. Symbeyonden nehmen sich dieses sensuellen Defizites an und ersetzen, erweitern oder ergänzen fehlende Sinne.

Max Scheler beschreibt in seinem gleichnamigen Buch „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ und theoretisiert den Übergang des Menschwerdung anhand eigener Theorien. Für ihn ist der Mensch dann Mensch geworden, als er sich die 4. der 4 Sphären seines Modells, des „überräumlichen und überzeitlichen“, für sich erschloss. Die Fähigkeit in die Zukunft zu planen sei allein dem Menschen eigen. Scheler stellt zudem fest, der Mensch habe als einziges organisches Lebewesen einen Geist und sei daher nicht mehr trieb- und umweltgebunden, sondern frei und weltoffen.

Mit der Erschließung der „überzeitlichen und Überräumlichen“ 4. Sphäre spannt sich für den Menschen eine Weite auf, die er nicht zu greifen vermag. Die Erfindung von Maschinen, Computern und anderer Technologie treibt diese Sphäre in ungeahnte Weiten und verweigert dem Menschen den Zutritt. Dieses „unbekannte Unwissen“, „Welche Folgen/Möglichkeiten hat die Technologie?“, findet in der Einordnung der Symbeyonden ebenso seinen Platz, wie die „sensuellen Defizite“. Letztere bezeichnen ein Möglichkeitsspektrum, dass ein Mensch durch Technologie zwar begreifen, jedoch nicht mit seinen eignen Sinnen erfahren kann. Beispiele hierfür wären die WLAN-Strahlung oder die Erderwärmung.

Die Symbeyonden sollen zur physischen Erfassung der „sensuellen Defizite“ beitragen und einen spekulativen Möglichkeitsraum aufspannen. Der Name „Symbeyond“ setzt sich aus dem griechischen “sym” und dem englischen Wort “beyond” zusammen. Das gebundene Lexem “sym” bedeutet im Griechischen „zusammen mit, gemeinsam, zugleich, gleichartig“, während “beyond” mit “darüber hinaus” oder “jenseits” zu übersetzen ist. Die Analogie zur klassischen “Symbiose” oder zum geläufigen “Symbiont” ist dabei nicht zufällig. Bei den Symbeyonden handelt es sich ebenfalls um organische Parasiten, die in oder an einem Wirt koexistieren. Die Lebensgemeinschaft reicht jedoch über das normale Maß einer Symbiose hinaus. Je nach Art erfüllt der Symbeyond im menschlichen Körper eine bestimmte Aufgabe und erweitert, substituiert oder schärft die Wahrnehmungsfähigkeiten seines Wirtes.

Die Arbeit über die Symbeyonden, im Spektrum des spekulativen Designs, befasst sich also mit der Einordnung der selben in die heutige Welt und des „Was wäre wenn?“. Sie wird begleitet von mehreren Modellen und einer schriftlichen Erfassung der Symbeyonden, sowie einigem Bildmaterial (auf einer Webseite), welches das Thema unterstützend greifbar machen soll. Die Modelle bestehen jeweils aus mehreren Teilen: Dem juvenilen Stadium der Symbeyonden, sowie einem Trägermaterial, gefertigt unter Anwendung verschiedener Techniken und Materialien, sowie den Symbeyonden selbst.

Symbeyotika & Tools

Neben den Symbeyonden selbst liegt das Augenmerk auch auf der Entwicklung zugehöriger Medikamente, welche die Implementierung der Symbeyonden begleiten. Neben einem Mittel gegen symbeyonale Parasiten, die auch den Wirt befallen können ist auch ein Gel, zum Pflegen der Symbeyonden, im Konzept vorhanden.

Abb.: 

Lapsum wird intravenös gespritzt und trägt zur explementierung einiger Symbeyonden-Arten bei.

Abb.: 

Tilosporin wird intravenös verabreicht und unterstützt das symbeyonale Immunsystem gegen Tafili-Parasiten.

Nächste Schritte

Der Hauptteil der praktischen Arbeit wird im zweiten Mastersemester umgesetzt. Ein ergänzender praktischer Teil und die exakte Erläuterung zu den Symbeyonden folgt ausführlich in der Masterthesis.